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Lebenswege eines heiteren Tonsetzers

 

 Foto Gießener Anzeiger

Kantorin Brigitte Gruehn referiert über Haydn bei Vortrags-Konzert in der Pankratiuskapelle

GIESSEN (tjl). Feierlich war die Atmosphäre in der gut besuchten Pankratiuskapelle zum 200. Todestag Joseph Haydns sowie zum 60-jährigen Jubiläum der Kapelle. Eine ansprechende Mischung aus Konzert und Vortrag würdigte den am 31. Mai 1809 verstorbenen Komponisten. Brigitte Gruehn, Kantorin der Pankratiusgemeinde, sprach mit viel Zuneigung über Leben und Werke Haydns. In einer großen Nähe zur Natur sei er aufgewachsen. Diese erlaubte ihm später Vogelstimmen und Naturhaftes treffsicher in der Musik abzubilden, erfuhr das Publikum. Haydn sei ein wildes Kind gewesen. Eigentlich sollte er Priester werden und verließ das Elternhaus früh. 1740 wurde er von Domkapellmeister Reuter als Sängerknabe angeworben. Erst spät - mit 17 - kam er in den Stimmbruch. Brigitte Gruehn gab auch zum Besten, dass Haydn einem anderen Sängerknaben den Zopf abschnitt.
Von seiner ersten unglücklichen Liebe erzählte die Kantorin ebenfalls. Gruehn wies auch daraufhin, dass Haydn schon zu Lebzeiten Weltruhm erlangte. Im Alter von 50 Jahren war er einer der meistgespielten Komponisten Europas. Auch die Londonreisen fanden im Vortrag Erwähnung: Haydn hatte erst in London das Phänomen Wettbewerb und Konkurrenz kennengelernt. Zwar sei Haydn ein eher heiterer Tonsetzer, dessen Messen und geistliche Werke für das damalige empfinden der Österreicher viel zu fröhlich gewesen seien, gewesen, aber seinen letzen sechs Londoner Sinfonien sind Wehmut und Ernst eigen, sagte die Kantorin. Die Gegensätze zwischen dem Giganten Händel und Haydn waren ebenso Thema wie die Freundschaft mit Mozart. Chor und Instrumentalkreis der Pankratiuskapelle sowie ein Streichquartett

 

Bildarchiv D. Welzel

(Georgi Kalaydjiev, Marian Kalaydjiev, Jorid Höfner, Thorsten Oehler) trugen zwischen den Wortbeiträgen zur Lebensstation passende Stücke vor. Chor und Instrumentalisten und Solisten (darunter Michael Wendel, Dr. Ulrich Kötter) intonierten unter der Leitung von Brigitte Gruehn Passagen aus "Die Schöpfung" und dem weltlichen Oratorium "Die Jahreszeiten". Die leichtfüßige Tongebung, die nuancierte Ausgestaltung auch der Lautstärke, die innere hingebungsvolle Haltung gefiel den Zuhörern. Die Mitwirkenden brachten Haydns Musik zum Leuchten. Ausdrucksvoll erklang auch das Credo aus der St. Johannis-Messe. Christiane Hohmann sang mit warmer Stimme und in deutlicher Aussprache "Liebes Mädchen, hör mir zu" und "Eine ganz gewöhnliche Geschichte". Das Streichquartett spielte Haydns "Reiterquartett" fein artikuliert. Das Publikum dankte mit reichlich Beifall.

Dies ist der Bericht im Gießener Anzeiger vom 3.6.09. Leider ist es mir nicht möglich, den Bericht der Gießener Allgemeinen hier abzudrucken, weil ich ihn auf der dortigen Homepage nicht gefunden habe – aber auch die Allgemeine hat am 3.6.09 sehr zutreffend und gut berichtet.  Dem Bericht des Anzeigers ist vom Redakteur der Homepage der Pankratiusgemeinde nichts hinzuzufügen bis auf den Dank der Gemeinde und des Kirchenvorstandes zu diesem beeindruckenden Beitrag zu unserem Kirchenjubiläum „60 Jahre Pankratiuskapelle“. Das richtige Wort dafür finden beide Zeitungen: "hingebungsvoll"; Hingebung an das Gedenken an Haydn, Hingebung aber auch an die Angelegenheiten von

Bildarchiv D. Welzel

Pankratiusgemeinde und Stadtkirchenarbeit. Die Spenden für die kirchenmusikalische Arbeit und – der kleiner Teil – für unser Projekt zur Betreuung von an Demenz erkrankten Menschen (jeden Donnerstag von 15.00 bis 18.00 Uhr) erbrachten 570 Euro. Danke auch dafür. Übrigens: unser Chor probt mittwochs, ab 19.30 Uhr.

Weitere Bilder vom Konzert:

Bildarchiv D. Welzel

 

Brigitte Gruehn beim Vortrag, Bildarchiv D. Welezl

 

Kirchenvorsteher Dr. Hauschild bedankt sich stellvertretend für die "hingebungsvolle Darbietung" von Chor und Instrumentalisten bei Kantorin Brigitte Gruehn

Bildarchiv D. Welzel

Bilder zum Jubiläumskonzert am 2.10.: alle Bilder

Bildarchiv D. Welzel

Pfr. Peter Ohl: ein Segen zum Gedenken an den 2.10.1949

Dr. Hans-Ulrich Hauschild bei seiner Begrüßung

 

Dagemar Klein, die Autorin der Festschrift "60 Jahre Pankratiuskapelle"

 

 

Die Band mit Manuela Michaeli und Rolf Weinreich


 


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