Neuordnung der Stiftung Todenwarth – Aufruf zur Teilnahme
Sehr geehrte Damen und Herren,
„Solche fünfzig gulden, sollen von nun an, ein und alle jahr … under Hausarme Leuht … zu gleichen theilen ausgetheilt … werden.“
Seit 1635, nunmehr also seit 375 Jahren, besteht die Stiftung Todenwarth hier in Gießen. Gegründet wurde die Stiftung von Kanzler Wolff von Todenwarth, im Todesjahr seiner Gattin Katharine Wolff von Todenwarth, ihr zum Gedenken.
In den letzten sechs Jahren, seit 2003, ruhte die Stiftung, da das Auswahl- und Verteilverfahren, das Wolff von Todenwarth in der Stiftungsurkunde festgelegt hatte, nicht mehr zeitgemäß war. So war es nicht mehr möglich, über eine Abkündigung in den Kirchengemeinden der Stadt Namen von „Hausarme Leuth“ zu erhalten, die von der Gemeinde auf ihre „Würdigkeit“ geprüft und anschließend durch den Vorstand der Stiftung für die Vergabe des Stiftungsertrags ausgewählt werden sollten.
Nun aber konnte, in einem Treffen des Stiftungsvorstandes mit einem Nachkommen Wolff von Todenwarths am 26. März, dieses Verfahren überarbeitet werden. In einer Ergänzung der Stiftungsurkunde wurde festgelegt, dass der Stiftungsertrag von nun an alle zwei Jahre am Sonntag nach dem 10. Juni in einem Gottesdienst in der Pankratiuskapelle vergeben werden soll. Erhalten soll den Ertrag dann jeweils eine soziale Einrichtung, die sich für benachteiligten Menschen hier in Gießen aktiv einsetzt.
Wie bisher soll in den Kirchengemeinden Gießens am Himmelfahrtstag in den Gottesdiensten auf die Stiftung Todenwarth hingewiesen werden. Die Gemeindeglieder werden nun allerdings gebeten, nicht wie bisher Einzelpersonen, sondern eben soziale Einrichtungen zu benennen, denen ihrer Meinung nach der Stiftungsertrag zukommen sollen. Der Vorstand der Stiftung Todenwarth wird dann in einer Sitzung aus den eingegangenen Vorschlägen eine Einrichtung auswählen, die den Ertrag erhält.
Und so bitten wir Sie nun, in Ihren Gottesdiensten am Himmelfahrttag den beiliegenden Aufruf den Gemeinden zu verlesen und uns die eingehenden Vorschläge bis zum 18. Mai an die oben angegebene Adresse zukommen zu lassen.
Der Vorstand der Stiftung
Dietlind Grabe-Bolz Matthias Schmitt Peter Ohl
Abkündigungstext:
„Solche fünfzig gulden, sollen von nun an, ein und alle jahr … under Hausarme Leuht … zu gleichen theilen ausgetheilt … werden.“
Liebe Christinnen und Christen,
in diesem Jahr soll am Sonntag nach dem 10. Juni wieder der Ertrag der Stiftung Todenwarth an eine soziale Einrichtung vergeben werden, die sich für benachteiligte Menschen hier in Gießen aktiv einsetzt. Die Stiftung Todenwarth geht auf eine Stiftung des Kanzlers Wolff von Thodenwarth zum Gedenken an seine am 10. Juni 1635 an der Pest verstorbene Gattin Katharina Wolff von Todenwarth zurück.
Mit diesem Aufruf werden nach Satzung der Stiftung alle Christinnen und Christen Gießens gebeten, Vorschläge zu machen, welche Einrichtung in diesem Jahr den Ertrag der Stiftung Todenwarth erhalten soll. Vorschläge sind bis zum kommenden Sonntag Exaudi im Pfarramt einzureichen. Nach Sichtung der Vorschläge wird der Vorstand der Stiftung dann über die Vergabe des Stiftungsertrags entscheiden.
Die Vergabe des Stiftungsertrags findet dann am Sonntag, den 13. Juni 2010 im Gottesdienst in der Pankratiuskapelle statt. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.
|